7 Dinge, die du über Spargel noch nicht wusstest

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Als echte Spargelliebhaber können wir es kaum noch erwarten, bis Ende April die Spargelsaison beginnt. Für alle, die das “essbare Elfenbein” genauso gerne haben wie wir, haben wir hier Wissenswertes und Hilfreiches über Zubereitung, Lagerung und Spargelgenuss  zusammengestellt. Und ganz zum Schluss wartet noch ein feines Rezept auf Dich.

 

1. Ein kurzes Vergnügen

„Der Spargel ist wahrlich der König aller Gemüse; bedauerlich nur, dass seine Herrschaft so kurz währt,” sagte schon kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe. Traditionell wird in Deutschland von Ende April bis zum Johannistag am 24. Juni Spargel gestochen. Wer Spargel liebt, muss sich also in diesen sieben Wochen ranhalten. Denn es werden nur die jungen zarten Sprosse, die Jahr für Jahr aus dem Wurzelstock der Spargelstaude hervorbrechen, verzehrt. Danach wachsen die Triebe bis zu zwei Meter aus dem Erdhügel heraus. Im Herbst lagert die Spargelpflanze Reservestoffe wie Mineralien und Kohlenhydrate im Wurzelstock ein und erholt sich über den Winter.

 

2. Schale ab!

Die richtige Vorbereitung ist das A und O, um das edle Gemüse am Ende wirklich genießen zu können.

Das fängt beim Waschen an: Die Stangen kurz unter fließendem Wasser abbrausen, um eventuell noch vorhandenen Sand abzuspülen, dann das überschüssige Wasser abtropfen lassen. Spargel bitte niemals ins Wasser legen, sonst werden die wertvollen Inhaltsstoffe ausgespült und der Spargel wird wässrig.

Dann wird geschält. Spargel immer vom Kopf zum Schnittende hin schälen, wobei die zarte Spargelspitze ausgespart werden sollte. Spargel sollte unbedingt gleichmäßig ringsherum geschält werden und an den Enden ruhig etwas dicker, da die Schale nicht zerkaut werden kann und beim Essen stört. Übermäßige Sparsamkeit hat leider schon manches Spargelessen verdorben. Grüner Spargel wird übrigens genauso gewaschen, aber hier muss nur das untere Drittel geschält werden.

Erst ganz am Ende werden die holzigen Enden abgeschnitten.

 

3. Kochen, dämpfen und Co

Bei der Spargelzubereitung sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Wir verraten Dir hier einige Infos zu den verschiedenen Zubereitungsarten.
Beim Kochen werden die Stangen nach dem Schälen ins kochende Wasser gelegt. Manche mögen es mit einer Prise Zucker und einem Schuss Zitronensaft, andere lieber pur oder mit etwas Salz. Allerdings gehen beim Kochen wichtige Vitamine und Spurenelemente verloren, weil sie während des Garens ins Wasser übergehen.

Daher die Stangen am besten in möglichst wenig Wasser kochen oder profimässig gleich in einen speziellen Spargeltopf stellen. Da stehen nur die Enden im kochenden Wasser, während der Rest im Dampf gart.

Die schonendste Art der Zubereitung ist das Dämpfen, z.B. in einem Topf mit Dämpfeinsatz. Dabei gehen am wenigsten Vitamine verloren und der Geschmack bleibt voll erhalten.

Spargel kann auch gebraten werden. Beim Braten entsteht ein herrliches Röstaroma. Dafür einfach etwas Öl in einer Pfanne erhitzen, die geschälten Stangen hineingeben und bei mittlerer Hitze braten. Wenn es etwas schneller gehen soll, kann man den Spargel vor dem Braten in kleinere Stücke schneiden oder der Länge nach halbieren.

Eine Methode, die immer beliebter wird, ist das Grillen. Streiche dazu die geschälten Stangen mit etwas hitzebeständigem Öl ein. Um zu verhindern, dass der Spargel durch den Rost rutscht, die Stangen dann einfach mit Hilfe von Zahnstochern (vorher in Wasser einweichen!) zu Dreierpacks bündeln. Dann das Gemüse portionsweise auf den Grill legen. Der Abstand zur Glut sollte etwa 10 cm betragen. Nach einigen Minuten den Spargel vorsichtig wenden, damit er von allen Seiten gleichmäßig bräunen kann. Dann vom Rost nehmen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Als besonderen Clou kannst Du den Spargel auch vorher wie Fleisch marinieren, z.B. in einer Mischung aus Öl und Deinen Lieblingskräutern und -gewürzen. Dann aber lieber nicht direkt auf den Rost legen, da die Marinade sonst schnell in den Grill tropft. Alu-Grillschale oder Alufolie sind dabei allerdings nur zweite Wahl, da Säure und Salz Aluminium aus dem Material lösen können. Eine gesundheits- und umweltfreundliche Alternative sind dünne Platten aus Speckstein oder Schiefer.

Ein Wort zur Garzeit: Die richtet sich natürlich immer nach der Dicke der Stangen und nach Deinem persönlichen Geschmack. Manche mögen ihren Spargel eher weich, andere recht al dente. Also einfach ausprobieren und zwischendurch immer mal wieder mit der Gabel am dicken Ende eine Garprobe machen. Unser Tipp: Wer die Garzeit auf dem Grill verkürzen möchte, kann den Spargel vorher blanchieren oder kurz dämpfen.

 

4. Frisch ist wichtig

Für den vollen Genuss sollte der Spargel unbedingt frisch sein. Am besten wurde er am gleichen Tag geerntet.

Beim Einkaufen am Spargelstand oder im Supermarkt kannst Du nach folgenden Kriterien gehen: Der Kopf muss fest geschlossen und die Spargelstange prall und glänzend sein. Die Schnittstellen an den Enden müssen noch saftig sein. Frischer Spargel lässt sich leicht brechen und quietscht, wenn man die Stangen aneinander reibt.

 

5. Spargel für morgen und übermorgen

Du hast tollen Spargel gekauft, willst ihn aber erst morgen oder übermorgen essen? Schlage den ungeschälten Spargel in ein feuchtes Tuch ein und lege ihn in das Gemüsefach des Kühlschranks. So hält er sich bis zu vier Tage frisch.

Roher, aber geschälter Spargel kann im Tiefkühlgerät bei -18 °C bis zu sechs Monate eingefroren werden. Dann noch gefroren! direkt ins kochende Wasser geben und wie gewünscht garen.

 

6. Grün oder weiß? Dick oder dünn?

Ob grüner oder weißer Spargel ist reine Geschmackssache. Grünspargel schmeckt ein wenig würziger und herber als  weißer Spargel. Statistisch gesehen mögen die Deutschen weißen Spargel lieber, während Italiener und Amerikaner zum grünen Spargel tendieren. Während der weiße Spargel unter der Erde wächst und gestochen werden muss, wächst der Grünspargel oberirdisch. Die Spargelstange wird mit einem scharfen Messer direkt über dem Boden abgeschnitten. Seine grüne Farbe verdankt er der Lichteinwirkung, durch die sich Chlorophyll bildet. Das macht ihn auch noch gesünder als den weißen Spargel, er enthält noch mehr Vitamine und wertvolle Pflanzenstoffe.

Für den Geschmack ist es völlig irrelevant, ob die Spargelstangen dick oder dünn sind. Viel entscheidender ist, ob es sich um grünen oder weißen Spargel handelt oder um welches Anbaugebiet und natürlich wie er zubereitet wurde.

 

7. Ein Gemüse, das es in sich hat

Spargel schmeckt nicht nur gut, sondern hat auch eine gesundheitsfördernde Wirkung. Manche bezeichnen ihn sogar als heimisches Superfood, so viele wertvolle Inhaltsstoffe sind in den Stangen: Vitamin C, Vitamin E und die für das Nervensystem wichtigen B-Vitamine. Außerdem Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Eisen, Magnesium und Phosphor. Die bioaktiven Pflanzenstoffe im Spargel wie Inulin, Carotin und Saponine sind gut fürs Herz und schützen vor Krebs, wie wissenschaftliche Studien herausgefunden haben. Kalorien findet man kaum im Spargel.

All das macht ihn zu einem Gemüse, das ideal ist für Schwangere und stillende Mütter, Menschen mit Blasenproblemen und Nierensteinen, Figurbewusste und Diabetiker. Spargel entgiftet, ist gut für den Blutzuckerspiegel und wirkt gegen den Candida-Pilz. Außerdem werden Spargel aphrodisierende Eigenschaften nachgesagt.

Wer allerdings unter erhöhten Harnsäurewerten und Gicht leidet, sollte Spargel besser nur in Maßen konsumieren. Die relativ große Menge an Purinen in Spargel wird im Körper zu Harnsäure umgewandelt. Ist durch viel Spargelgenuss mehr Harnsäure da als ausgeschieden wird, wird sie im Körper eingelagert und kann einen Gichtanfall auslösen.

Der nach dem Spargelverzehr typische Geruch des Urins entsteht übrigens durch den Abbau der sogenannten Asparaginsäure.

Wer Spargel aus Gesundheitsgründen genießen will, sollte ihn nur ca. fünf Minuten leicht dämpfen. Je kürzer die Garzeit, desto mehr wertvolle Inhaltsstoffe bleiben erhalten. Und wer will, kann den frischen Spargel auch roh essen.

Dein Garten Team

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